Pulverfass Nahost - (k)ein Frieden in Sicht?
Pulverfass Nahost - (k)ein Frieden in Sicht?
Der CDU-Kreisverband Heinsberg hatte am Sonntag zum „Politischen Frühstück“ in das Gangelter Mercator-Hotel geladen. Mit Ruprecht Polenz war es gelungen einen versierten Außenpolitiker als Referenten zum Thema „Pulverfass Nahost - (k)ein Frieden in Sicht?“ zu gewinnen.
Er selbst war mehrmals in Israel, sprach zur globalen Bedeutung der Region und den deutsch - israelischen Beziehungen, hielt einen geschichtlichen Rückblick und analysierte den Konflikt zwischen Israel, seinen arabischen Nachbarn und den Palästinensern:
Diese Region hat eine bewegte Geschichte und ist geprägt vom politisch religiösen Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten. In unmittelbarer Nähe Israels leben ca. 30 Millionen Kurden ohne einen eigenen Staat. Durch reichhaltige Gas- und Ölvorkommen ist die Region wirtschaftlich von besonderem Interesse.
Nach dem Zerfall des osmanischen Reiches schafften Engländer und Franzosen neue territoriale Tatsachen und jüdische Einwanderer siedelten sich verstärkt in Palästina an. Damit verbunden waren Vertreibungen von Palästinensern. Das besondere an der Situation ist, dass die Palästinenser oft in Lagern untergebracht wurden, nicht integriert sind und auf eine Rückkehr beharren.
Vertreter beider Seiten verweisen auf die Geschichte und meinen, dass allein sie einen Anspruch auf das Territorium haben und vergessen, dass es in der Vergangenheit durchaus Zeiten gegeben hat, wo die verschiedenen Religionen friedlich miteinander gelebt haben.
Speziell die Hamas und ihre Unterstützer stemmen sich gegen einen arabischen - israelischen Annäherungsprozess, der in der Neuzeit Fortschritte gemacht hat.
Durch die Ereignisse im Oktober 2023 wurden neue ideologischen Grenzen errichtet. Hinzu kommt, dass auch Russland und China den Konflikt für ihre Interessen ausnutzen.
Es ist legitim, dass Israel seine Sicherheitsinteressen durchsetzt, aber diese dürfen nicht allein im Fokus stehen. Eine langfristige Lösung des Konfliktes kann es nur geben, wenn es für beide Seiten Vorteile gibt. Israel sollte über seinen Siedlungsausbau nachdenken. Dieser heizt den Konflikt an.
Es ist sehr schwer ein rationales Denken in die Köpfe beider Seiten zu bringen. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Aussage von Ami Ayalon, ehemaliger Chef vom israelischen Inlandsgeheimdienst, auf die Polenz verwies: „ Ideology cannot be eliminated with military force. It can be eliminated, but only with an idea that overcomes the ideology. This is called a political horizon, and therefore, although today it sounds delusional, the only move that will allow a secure Jewish and democratic state is a diplomatic one between states.“
Deutschland ist in diesem Konflikt nicht neutral, sondern steht fest an der Seite Israels betonte Polenz. Trotzdem darf man nicht unkritisch sein.
Israel scheint weit weg von Deutschland zu sein, doch längst hat der Konflikt auch uns erreicht. Dies zeigen Propalästina Demos und Übergriffe auf jüdische Bürger.
Nachbemerkung:
In dem einstündigen Vortrag gab es viele Information, auf die hier nicht im Detail eingegangen werden kann. In diesem Zusammenhang:
Die Geschichte Palästinas https://www.lpb-bw.de/geschichte-palaestinas
Die Geschichte Israels https://www.lpb-bw.de/geschichte-israels
Wie die Siedlerbewegung ins Zentrum von Israels Politik rückte.
https://www.deutschlandfunk.de/israel-westjordanland-siedlungspolitik-100.html
zu Ruprecht Polenz https://de.wikipedia.org/wiki/Ruprecht_Polenz
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