Wie ein SECHSER im Lotto!

Als Mitte August Herr Beckers sich im Camino-Büro in Geilenkirchen telefonisch meldete, konnten wir nicht ahnen, was auf uns zukommen sollte.

Herr Beckers erzählte, dass er im Oktober seinen Geburtstag feiern wolle und sein Herzenswunsch sei es, auf Geschenke zu verzichten und um Geldspenden für die Hospizbewegung Camino zu bitten. 

Er erzählte eine herzergreifende Geschichte, die ihn zu seinem Entschluss bewegt hatte. 

Herr Beckers beschäftigt sich beruflich mit Wohnungsauflösungen und letztens war eine ältere Dame bei ihm, für die er bereits für ihre Wohnungsauflösung tätig gewesen war. Nun suchte diese Dame ihn auf und hatte ihren gesamten Schmuck im „Gepäck“ und bat Herrn Beckers, sich um würdevolle Nachfolgeträgerinnen für diesen wunderbaren Schmuck zu suchen. Sie brauche diesen Schmuck nun nicht mehr. Denn wo sie hingeht, benötige sie keine weltlichen Kostbarkeiten. Die Dame erzählte Herrn Beckers von dem stationären Hospiz, in welches sie sich nun begeben habe, nachdem er ihren Hausstand ordnungsgemäß und tadellos aufgelöst hatte. Sie berichtete von ihrem neuen „Aufenthaltsort“ – den letzten Ort, den sie –aufgrund ihrer schweren, schnell fortschreitenden Krankheit bald verlassen werde. Sie schwärmte förmlich von dem netten Umgang unter den Hospizbewohnern miteinander, die würde- und liebevolle Fürsorge der Angestellten und das wohlfühlsame Ambiente des Hauses. Es ist schließlich für jedem im Hospiz klar, dass dieses Haus nicht mehr lebend verlassen wird – und somit der letzte Lebensweg begonnen hat. Sie sprach in den höchsten Tönen von ihrer jetzigen Wohnsituation, sie war förmlich begeistert. Diese Dame wollte deshalb mit ihrem Leben einen guten Abschluss finden und ihre letzten Habseligkeiten bereits vorab in gute Hände geben – so die Ausführungen des Herrn Beckers.

Diese Geschichte, die hier sehr gekürzt wiedergegeben ist, berührte das Herz des Herrn Beckers und er hatte den Eindruck, dass Menschen, die sich einer solchen herausfordernden Aufgabe stellen – für Menschen auf ihrem letzten Weg „da zu sein“ – Respekt und Anerkennung verdient haben und er beschäftigte sich mehr mit „Hospiz und Hospizdienste“. Das ist der Hintergrund, dass Herr Beckers, dessen Heimat der Selfkant ist (auch der Selfkant gehört zum Zuständigkeitsbereich der ambulanten Hospizbewegung Camino), zu seiner Entscheidung fand, der Hospizbewegung Camino die Geldspenden anlässlich seines Geburtstages zukommen zu lassen. Eine Bitte knüpfte er daran, und zwar sollten am Abend der Feierlichkeiten einige Vertreter von Camino vor Ort sein, um das gespendete Geld zu zählen, den ambulanten Hospizdienst Camino kurz vorzustellen und den Gästen die Spendensumme mitzuteilen. Dies wurde gerne sofort zugesichert.

Ende September war dann Post von Herrn Beckers im Briefkasten des ambulanten Hospizdienstes Camino. Als der Briefumschlag geöffnet wurde, traute man den Augen nicht – lag doch eine Einladung in DIN-A-5-Format als gebundenes Heftchen hierin. Das Deckblatt verriet schon Einiges. War doch der Titel: „Es wird eine rauschende Ballnacht“ mit einem Bild im Look der 1930er Jahre zu sehen. Der weitere Inhalt des Einladungstextes, der sich auf weitere 11 Seiten erstreckte, war sehr schön im Schreibstil der 1930er Jahre formuliert und spannend zu lesen. Dieser „Offerte“ war u.a. zu entnehmen, dass die Gäste in passender Kleidung der damaligen Zeit erscheinen möchten. 

Diese wunderbar detaillierte Einladung weckte, beim Camino-Vorstand die Neugierde auf die Feier. In Begleitung zweier Vorstandskolleginnen, Irmgard Treuling und Hiltrud Rausch, traute auch der Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Breukers seinen Augen nicht. Erfuhren sie doch eine Zeitreise zurück in die 1930er Jahre. Die Garderobe aller anwesenden Gäste war der damaligen Zeit entsprechend wunderschön angepasst, so wie es in der o.g. Einladung gewünscht war. 

Bei der herzlichen Begrüßung hatte man sofort das Gefühl „dazu zu gehören“ und nicht nur einen „Auftrag erledigen zu müssen“. Das Ambiente, die Kapelle aus Berlin,  die Tischnachbarn und letztendlich ganz besonders der Gastgeber Herr Beckers, haben alle begeistert. Menschen wie ihn findet man nicht so oft. In der heutigen Zeit ist immer mehr festzustellen, dass man mehr mit sich selbst beschäftigt ist und die Mitmenschen oftmals nicht mehr wahrgenommen oder sogar bewusst ignoriert werden. Nachdem die Vorstandsmitglieder so liebevoll in die Reihen der Gäste aufgenommen wurden, kam man dem ursprünglichen „Auftrag“ nach. In kurzen prägnanten Sätzen formulierte Irmgard Treuling, was das BESONDERE an der Hospizbewegung Camino ist. Es ist der liebevolle Umgang mit Menschen auf ihrem letzten Lebensweg.

Danach kam es zur Verkündigung der Spendensumme. 

Man höre und Staune: 4.210,--€.

Von dieser Spendensumme waren nicht nur die Gäste sondern auch die Vorstandsmitglieder überwältigt – für Camino wie ein Sechser im Lotto. 

Mit dieser hochkarätigen Spende hat Herr Beckers und seine Gäste Camino eine sehr gute finanzielle Unterstützung zukommen lassen und uns damit eine große Freude bereitet. An dieser Stelle sei ihm nochmals ein recht herzliches DANKESCHÖN gesagt.

 

Die Vorstandsmitglieder haben letztlich diese wunderschöne rauschende Ballnacht im Stil der 1930er Jahr erst kurz vor Mitternacht verlassen (der Gastgeber wollte sie einfach nicht gehen lassen) – sie haben sich sehr wohlgefühlt und wären auch sicherlich gerne noch länger geblieben, wenn sie nicht für den nächsten Tag für ihr Mitsingkonzert hätten fit sein müssen.

Herr Beckers hat das Herz am rechten Fleck und pflegt einen angenehmen herzlichen Umgang mit seinen Mitmenschen, deshalb ist der nachfolgende Spruch passend:

 

Besondere Menschen erkennst Du daran,

dass sie dich berühren ohne ihre Hände zu benutzen!

 

Wir wünschen Herrn Beckers für seinen weiteren Lebensweg viel Gesundheit, Glück und Erfolg. Die Hospizbewegung Camino e.V., Geilenkirchen sagt herzlich DANKESCHÖN.

 

 

Hinweis:

Im Januar 2020 startet der neue Befähigungskurs zum zertifizierten Sterbebegleiter. Hierzu findet am 18. November 2019 ab 18.00 Uhr im Franziskusheim, Zum Kniepbusch5 in Geilenkirchen ein Informationsabend statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

Am 12. November 2019 um 19.00 Uhr findet im Sakralraum  des Quartiers, Im Gang 42 – 44 in Geilenkirchen der Gedenkgottesdienst für die Menschen, die Camino in den vergangenen Jahren begleitet hat, statt. Auch hierzu lädt die Hospizbewegung Camino e.V. herzlich ein. 

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an unser Büro unter Tel.-Nr.  02451 – 62095900 oder schreiben Sie uns eine E-Mail unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

FJB

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