Junge Fledermäuse unterwegs

 Wie bei vielen Tieren herrscht bei den Fledermäusen im Frühsommer emsiges Treiben. Die Jungen, die Ende Mai / Anfang Juni geboren wurden, sind bereits ausgewachsen und haben begonnen zu fliegen, so Michael Straube vom NABU Kreisverband Heinsberg. Dabei verlieren manchmal Jungtiere, die noch einige Tage auf ihre Mütter als Pfadfinder und Milchquelle angewiesen sind, den Kontakt zu Mutter. Derzeit werden gehäuft junge Fledermäuse gefunden und dem NABU Heinsberg gemeldet. Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes werden sie nicht mehr von den Müttern abgeholt und zurück in ihr Versteck getragen. Sie benötigen daher Hilfe, sollen sie nicht in der derzeitigen Hitze vertrocknen oder zum Opfer von Mardern oder Katzen werden.

Wichtig ist, allen Fundtieren baldmöglichst Wasser zu geben, indem mit einem Stift oder Stöckchen tropfenweise Trinkwasser an die Schnauze hält. Danach sollte man sich an die Fachleute des NABU Heinsberg wenden, da die Tiere sehr empfindlich sind und die Aufzucht nicht einfach ist. Die Fledermausnotaufnahme bei Susanne Neitzel ist zu erreichen unter: 0177-6862406. Bei Fragen zu und Problemen mit Fledermäusen an sich und Quartieren hilft Michael Straube gerne weiter: Tel. 02434-8094043.

Die meisten im Kreis Heinsberg gefundenen Fledermäuse sind Zwergfledermäuse, die ausgewachsen nur knapp daumengroß sind. Wie alle Fledermaus-Arten sind sie gesetzlich streng geschützt. Fledermäuse dürfen nicht gefangen oder getötet werden und auch ihre Quartiere stehen unter Schutz. Im Kreis leben die meisten Gebäudefledermäuse an in engen Spalten, in die man kaum die Finger schieben kann. Solche Spalten findet man an vielen Giebeln sowie hinter Holz- und Schieferverkleidungen und sehr oft unter Metallblechen am Dachrand. Daher appelliert der NABU Heinsberg an alle Quartierbesitzer und -kenner, die Tiere jetzt unbedingt in Ruhe zu lassen und Arbeiten an von Fledermäusen bewohnten Dächern und Verkleidungen bis mindestens Mitte August, besser noch Ende September zu verschieben. Das ist auch in unserem Interesse, frisst jede Fledermaus doch mehrere hundert bis tausende kleiner Insekten pro Nacht !

 Informationen zu Fledermäusen in Nordrhein-Westfalen erhält man im Internet unter www.fledermausschutz.de sowie unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Wer Fledermäuse am Haus erhalten oder Quartiere schaffen möchte, kann sich beim NABU NRW um die Anerkennung als Fledermausfreundliches Haus bewerben und eine Plakette für sein Haus erhalten:

https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/fledermausfreundliches-haus/

 

Titelbild: Eine Gruppe Fransenfledermäuse in einem Fledermauskasten in Wegberg (Bildautor: Michael Straube, NABU Heinsberg, April 2018)

 

 

Michael Straube