Stolpersteinaktion vom 14.-16.02.2016 in Gangelt

Im Zentrum von Gangelt wurden in dieser Woche die ersten 14 Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

 

Mit einer gelungenen Gedenkveranstaltung im Rathaus der Gemeinde Gangelt begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Ortes Gangelt. Über zweihundert Gäste waren der Einladung des Initiativkreises „Stolpersteine helfen … auch in Gangelt“ gefolgt. Neben zahlreichen Gangelter Bürgern nahmen unter anderem auch die Bürgermeisterin der Gemeinde Onderbanken und weitere Gäste aus dem benachbarten Niederlanden an der Gedenkfeier teil. Schüler der Realschule Gangelt und der Gesamtschule Gangelt-Selfkant trugen Opferbiographien vor und Mitglieder des Initiativkreises verlasen die Namen der Opfer. Highlight des Abends war jedoch der Besuch von Eddy Falkenstein und seiner Frau Hetty. Eddy Falkenstein ist das Enkelkind von Emil Falkenstein, einem Gründungsmitglied der Feuerwehr Gangelt. Eddy überlebte den Holocaust indem er als kleines Kind bei einem kinderlosen Ehepaar in Amsterdam versteckt wurde.

Abgerundet wurde das Programm von musikalischen Einlagen der Zangvereniging Oranje Schinveld und der Geigensolistin Susanna Schael.

 

 

„Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“ (Berthold Brecht)

Fast 75 Jahre nach der Ermordung fast aller Gangelter Juden wurden am Dienstag die ersten 14 Stolpersteine im Gangelter Stadtkern verlegt. Zahlreiche Zuschauer wurden Zeuge, wie der Künstler Gunter Demnig in der Bruchstraße die sechs Stolpersteine für Emil Falkenstein und seine Familie verlegte. Neben dem Bürgermeister der Gemeinde Gangelt wohnten auch Eddy Falkenstein und seine Frau Hetty der Verlegung bei. Vor der ehemaligen Zigarrenhandlung von Emil Falkenstein verlasen Schüler der Realschule Gangelt das Schicksal der Familie Falkenstein. 

Neben den Stolpersteinen für die Familie Falkenstein wurden Stolpersteine in der Wallstraße für Sarah Hertz und für die Familien Lichtenstein und Josephs in der Heinsberger Straße verlegt. In den nächsten Jahren sollen insgesamt 42 Stolpersteine in Gangelt verlegt werden.  

 

 

14.02.2016

Am Sonntag im Rathaus in Gangelt:

Eine bewegende Gedenkstunde zur Verlegung der Stolpersteine am Dienstagmorgen, 9.00Uhr in der Bruchstraße in Gangelt.

Das überaus zahlreiche Erscheinen der Bürger war Lohn für die geleistete Arbeit aller, vor allem aber der führenden Mitglieder des Initiativkreises!

Eine Enkelin von Emil Falkenstein sagte ihre Teilnahme leider aus gesundheitlichen und emotionalen Gründen ab.

Offensichtlich sehr bewegt hielt Emil Hans Falkenstein eine Dankesrede. Er ist der Enkel von Emil Falkenstein, der die Gangelter Feuerwehr mitbegründete.

 

 

15.02.2016

Nach dem Besuch des jüdischen Friedhofs hat heute Frau Fernholz das Ehepaar Falkenstein und einige Mitglieder des Initiativkreises durch Gangelt geführt. Ihren Erklärungen und Erzählungen hätten wir noch gerne länger zugehört, aber die Kälte ließ uns dann alle zu Hamacher flüchten.

Ein gemeinsames Abendessen rundete den Tag für die Gäste aus den Niederlanden ab.

 

 

16.02.2016

An diesem Morgen nun der dritte Teil der Stolpersteinaktion.

Gunter Demnig, der das Kunstprojekt Stolpersteine geschaffen hat, verlegte die ersten 15 Erinnerungssteine in Gangelt:

6 Stolpersteine in der Bruchstraße 26, 1 Stolperstein in der Wallstraße 15, 2 Stolpersteine in der Heinsberger Straße 11 und 6 Stolpersteine in der Heinsberger Straße 2 .

 

 

 

Wenn Sie mehr über das Schicksal von Emil Falkenstein und seiner Familie erfahren möchten, finden Sie hier die Biographie der Feuerwehr Gangelt: 

http://www.feuerwehr-gangelt.de/files/emil_falkenstein_de.pdf

 

HH & OT

 

Mehr in dieser Kategorie: Volles Haus beim Neujahrsempfang »